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Zurück zur Normalität: Bergwacht startet wieder durch
Jubiläumsevent 50+1 mit Profialpinisten übertraf Erwartungen
Das Jahr 2022 war geprägt vom 50+1sten Jahr des Bestehens der Bergwacht in Herbrechtingen. Ob das Event in geplanter Form stattfinden konnte wußte Anfang des Jahres wegen der immer noch andauernden Pandemieeinschränkungen niemand, so Bergwachtleiter Rudi Fritsche in seinen einleitenden Worten zur Hauptversammlung.
Mit 19 Aktiven liegt die Ortsebene Herbrechtingen im Mittelfeld des Landesdurchschnitts. Aus diesem Kreis heraus stellte sich ein Mitglied erfolgreich der Winterrettungsprüfung und zwei Aktive der Naturschutzprüfung, so das ein Plus an Qualifikation für die Ortsebene zu verzeichnen ist.
Stand die Ausbildungseinheit zum Digitalfunk mit 13 Teilnehmern Anfang des Jahres noch unter Infektionsschutzmaßnahmen, erfolgte danach alles wieder ohne Einschränkung. Quartalsübungen mit der Bergwacht Heidenheim, interne Ausbildung, Klettern im Eselsburger Tal, Ski- und Bergtouren, alles war wieder möglich und fand regen Zuspruch bei Aktiven wie Jugendlichen.
Der Winter bescherte den Mitgliedern am 1. April noch einen Dienst am Albuch-Skilift während die technischen Leiter Sommer in Schnee und Kälte ihre Ganztagesausbildung auf Landesebene am Reußenstein durchführten.
Insgesamt neun Notfallalarmierungen waren für die Einsatzgruppe zu verzeichnen. Bei der sanitätsdienstlichen Betreuung des Halbmarathonlaufes im Eselsburger Tal leistete das kleine UTV Einsatzfahrzeug „Gertrud“ auf den schmalen Waldwegen um den Buigen beim liegenden Abtransport einer Läuferin gute Dienste. Auch bei einer großangelegten, mehrtägigen Suchaktion Anfang des Jahres bewährten sich die Allradfahrzeuge der Bergwachten auf Wald und Wiesenwegen beim Transport der Einsatzkräfte.
Wie die Fahrzeuge im Grenzbereich zu handhaben sind „erfuhren“ mehrere Mitglieder bei einem, vom Landesverband organisierten, Offroadtraining in Stetten a. k. Markt.
Im Auftrag des Landschaftserhaltungsverbandes Heidenheim e.V. befreiten Aktive und Jugendliche an mehreren Nachmittagen einen Steinbruch bei Hermaringen von Sträuchern und Bäumen an Hängen und Fels. In Kooperation mit dem DAV fand im Sommer eine Talputzete statt. Hier nahmen Kletterer, Kinder und Jugendliche teil die auch den Müll an den abseits liegenden Felsen einsammelten.
Die Bindsteinhütte war nach zweijähriger Schließung das ganze Jahr geöffnet und von der Bevölkerung wieder gut angenommen. Weiterhin ein Problem ist der zurückgelassene Müll und Vandalismus, stellte Hüttenwartin Julia Lindhorst in ihrem Bericht fest.
Die meiste Zeit aber nahm die Organisation des Jubiläums und der Dreharbeiten zum Imagefilm in Anspruch. Mit einem Jahr Verspätung übertraf die Veranstaltung mit dem Bergsteigerpaar Ines Papert und Luka Lindic dann alle Erwartungen und am Ende des Abends zeigte die positive Resonanz seitens des zahlreichen Publikums, das sich die aufwendigen Vorbereitungen in aller Hinsicht lohnten.
DRK Kreisverbandspräsident Dr. Bernhard Konyen sprach unter anderem in seinem Grußwort auch dieses, für ihn in sehr guter Erinnerung gebliebene Event an. Dr. Marc Frammelsberger vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm stellte sich anschließend als neuer Kreisverbandsarzt der Bergwachtgemeinschaft vor und zeigte sich beeindruckt von der Ausrüstungsvielfalt. Er bot an, sich bei Bedarf, gerne in die Ausbildung mit einzubringen.
Im weiteren Verlauf erfolgte die Entlastung der Vorstandschaft und Kassierer einstimmig. Die Ehrungen der Jubilare nahm Dr. Konyen mit Bergwachtleiter Fritsche vor.
10 Jahre Förderer: Norbert Pfeufer, Bernd Luckschanderl
25 Jahre Förderer: Andreas Konold, Hildegard u. Ewald Bischoff, Petra Carius, Tobias Scheunert
50 Jahre Förderer: Jürgen Kärcher
10 Jahre aktiv: Julia Lindhorst
25 Jahre aktiv: Dietmar Müller
v.l.n.r. Ewald Bischoff, Petra Carius; Hildegard Bischoff, Bergwachtleiter R. Fritsche, Julia Lindhorst, Dietmar Müller, DRK Präsident Dr. B. Konyen
12.03.2023 Unverständnis für Müllverursacher
Nachdem man im neuen Jahr gleich mit den Hinterlassenschaften einer Silvesterparty an der Bindsteinhütte konfrontiert war gab es am vergangenen Wochenende wieder ein solches Ärgerniss. Mitglieder stellten am Sonntag die Überreste eines „gemütlichen Abends“ unterm Hüttendach fest. Auch dürfte ein Fahrzeug an die Hütte gefahren sein. Hatte die Bergwacht hier selbst noch am Freitag Holz gesägt und abtransportiert, waren am Sonntag auch andere Fahrzeugspuren zu erkennen. Von einem nahen Holzstoß wurden Äste hinter die Hütte gezogen und angezündet. Wieder einmal konnte man das ganze Übel danach nur in Bildern dokumentieren. So wie es aussieht wird das Problem, welches ja nicht nur die Örtlichkeit der abseits gelegene Bergwachthütte betrifft, auch in Zukunft schwer zu lösen sein und immer wieder für Ärger und Arbeitsaufwand sorgen.
Erlebnissreiches Wochendende am Aachensee
Das von unserem Kameraden Jürgen Fetzer und seiner Frau Annette vorbereitete Skitourenwochenende führte die 17-köpfige Gruppe am Freitagmorgen nach Österreich an den Aachensee. Nach der Ankunft im Quartier, dem Karlingerhof in Aachenkirch, startete man gleich die erste, leichte Skitour von den in der Nähe gelegenen Christlum Liften. Mit Steigfellen unter den Skiern erreichten nach 750 Hm und knapp drei Stunden Aufstieg 13 Teilnehmer den Gipfel des Gröbner Hals (1650m). Die anderen Kameraden ließen es gemütlicher angehen und powerten sich am Skilift aus.
Am zweiten Tag war der am südlichen Ende des Aachensees gelegene Bärenkopf (1991m) das Tagesziel. Nach insgesamt drei Stunden Aufstieg und 1050Hm genossen acht Kameraden bei Kaiserwetter einen grandiosen Ausblick auf den See und die umliegenden Berggipfel. Die übrige Mannschaft wählte eine leichtere Tour mit 550Hm auf den weiter nordwestlich gelegenen, 1480m hohen Zwölferkopf, der auch einen herrlichen Blick auf den See bot.
Auch im Quartier kamen die Bergwachtler kulinarisch auf ihre Kosten. Gutes Essen hebt bekanntlich die Stimmung und so saß man nach dem Abendessen in gemütlicher Runde beisammen und ließ den Tag Revue passieren.
Bei bewölktem Wetter führte die Abschlußtour 14 Teilnehmer auf den in der Nähe gelegenen Christlumkopf (1758m, 800Hm). Hier übte man wiederholt die Abfolge der Maßnahmen bei der Verschüttetensuche. Drei Frauen nutzten währenddessen die Zeit für eine 12km lange Wandertour.
Vor der Heimreise wurde in der Apres Skibar am Christlum Lift kurz auf das rundum gelungene Wochenende angestoßen, für die Fahrer gab es natürlich nur alkoholfreie Getränke. Gelebtes Miteinander war das Motto der Ausfahrt nach der langen Corona Zwangspause, da konnte auch die teils geringe Schneelage nichts daran ändern.
Herzlichen Dank an Annette und Jürgen für die gute Organisation der Unterkunft und unseren „Tourgides“ für die Auswahl und Führung der Touren.








Strahlender Sonnenschein bei Skitour im Montafon
Ausgangspunkt zum Tagesziel war Gargellen. Den fünf Skitourengängern stand ein ca. 9km und 4 Stunden langer Anstieg mit 1400 Höhenmetern bis zur 2853m hohen Rotbühelspitze bevor. Durch das Valzifenztal führte die Tour schneearm bis zur Neuschneegrenze auf ca. 1550m. Von dort ab herrschte zwar ausreichend Schnee aber die Grundlage war sehr gering. Bei 2400m Höhe trennten sich die Tourengänger. Eine dreiköpfige Gruppe stieg rechterhand zum Paschianikopf (2520m) auf und die konditionsstarke Zweiermannschaft bis zum 450m höher gelegenen Gipfel der Rotbühelspitze. Das Wetter war genial und die Fernsicht am Gipfel einmalig. Nach einer kurzen Abfahrt stieg die Zweiergruppe ebenfalls zum Paschianikopf auf. Den Rückweg von rund 1100 Höhenmetern nahmen alle wieder gemeinsam unter die Skier und die lange Abfahrt rundete die landschaftlich schöne Tagestour genußvoll ab.
Gemeinsames Klettern als gelebte Inklusion
Auf Initiative einer Therapeutin der Königin-Olga Schule in Heidenheim und des stellv. Jugendleiters der Bergwacht besuchten vier Kinder mit Mehrfachbehinderung die Rettungsstation auf der Hohen Wart. Nach dem Anziehen der Gurte und Einbinden in die Seile durch die ebenfalls Klettersport erfahrenen Betreuer konnte es losgehen. Die eineinhalbstündige Exkursion in die Senkrechte machte den Kindern sichtlich genau soviel Freude wie den Erwachsenen. Ein blinder Junge bezwang die 5m hohe Wand mehrmals, ebenso die anderen Teilnehmer. Mit dem sogenannten Kong-Sitz, einer Art Dreieckstuch zur Rettung am Seil, war es möglich ein Kind aus dem Rollstuhl mittels Flaschenzug in die Höhe zu ziehen um zu Schaukeln. Die strahlenden Gesichter sagten hier oft mehr als viele Worte. Diese, bis jetzt einmalige Aktion im Haus der Bergwacht zeigte, das auch behinderte Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten sportlich etwas erreichen können. Man muß es einfach nur ausprobieren.
Verschüttetensuche praktisch
Der Gruppenabend führte letzte Woche kurzfristig sechs Skitourengänger nach Jungholz zur Ausbildung im Umgang mit Verschüttetensuchgeräten. Die Verhältnisse waren bei 15-20cm Neuschnee und guten Pistenverhältnissen bestens. In Abstimmung mit der örtlichen Bergwacht und den Liftbetreibern stiegen die Teilnehmer auf der gesperrten Piste bis zur Bergstation auf. Bei der Abfahrt im Pulverschnee übte man die Suche vorher vergrabener und sendender Geräte die einen Verschütteten simulieren. Im Normalfall trägt jeder Skitourengänger diesen lebensrettenden Sender am Körper um im Notfall schnell geortet zu werden. Intensiv trainierten die Mitglieder der Bergwacht unter realistischen Bedingungen die Handhabung des sogenannten „Piepsers“ und die effektive, zeitnahe Abfolge der erforderlichen Maßnahmen bis zum Auffinden.
Neues Jahr, altes Problem
Letzte Woche informierten Spaziergänger den Vorstand über Hinterlassenschaften an der Bindsteinhütte. Daraufhin stellte der Hüttenwart bei einer Kontrolle Flaschen, zwei Bierkästen, verbranntes Holz vor den überdachten Bänken, Böller und Raketenreste fest. Dies lässt auf ein Silvesterfest im Naturschutzgebiet schließen. Der hinterlassene Abfall wurde in große Müllbeutel gepackt und auch der Rest mußte mal wieder ehrenamtlich entsorgt werden. Das Bierkästen nicht mehr mitgenommen oder wie schon vorgekommen, eingepacktes Fleisch, Würstchen und volle Getränkeflaschen einfach nicht den Weg Richtung Parkplatz finden ist anscheinend heutzutage normal. Hier ein sauberes Umfeld zu schaffen gehört zum Grundverständnis der Bergwachtmitglieder aber es wäre wünschenswert wenn Mitmenschen es nicht zusätzlich durch solche Vorfälle strapazieren.
Jahresabschluß und Terminvorschau
Zum Jahresabschluß traf man sich zum Grillen am Bindstein. Bei Minustemperaturen wärmte das Feuer nicht nur Wurst und Fleisch sondern auch die dicht darum gedrängten Mitglieder.
Die Vorstandschaft wünscht allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, ein friedvolles, gesegnetes Weihnachtsfest, Gesundheit und einen guten Rutsch in das neue Jahr.
Am 13. Januar geht es am ersten Gruppenabend weiter mit dem Thema Skitouren und Verschüttetensuche/Gerätetraining.
Imagefilm an Jubiläumsveranstaltung vorgestellt
Die Idee eines Imagefilms zum 50jährigen Jubiläum der Bergwacht entstand schon in 2021. Im März erfolgten die ersten Gespräche mit Marcus Fache, Inhaber der Werbeagentur Dreamland in Schnaitheim. Daraus entwickelte sich eine enge und im Laufe der Zeit, vertrauensvolle Zusammenarbeit auf beiden Seiten. Leider machten dann im Herbst die Coronavorgaben den letzten Dreharbeiten und der Jubiläumsveranstaltung einen Strich durch die Rechnung. Als im neuen Jahr endlich wieder Lockerungen bei Zusammenkünften erlaubt waren konnten die letzten Aufnahmen abgedreht werden. Insgesamt hatte man miteinander viel Spaß und einen Einblick in den immensen Zeitaufwand für knapp drei Minuten Film. Die finale Version präsentierte nun Marcus Fache selbst als Moderator der Jubiläumsveranstaltung mit Ines Papert und Luka Lindic zum ersten mal der Öffentlichkeit. In ca. drei Minuten wird das ganze Spektrum der Bergwacht beleuchtet. Für die freundschatliche vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Marcus und seinem Team, bei den Dreharbeiten und in vielen Gesprächen, bedanken wir uns hier nochmals recht herzlich.
Auf unserer neu gestalteten Homepage findet ihr den Imagefilm (Startseite) und ebenso die Slide Show (Über uns- Geschichte), welche einen guten Überblick über 50 Jahre Bergwacht in Herbrechtingen vermittelt.
Als Ehepaar und Profialpinisten ein starkes Team
Zwischen Vorträgen beim DAV Mainz und dem "Bergsichten-Berg+Outdoor Filmfestival" in Dresden waren die mehrmalige Eiskletterweltmeisterin Ines Papert und ihr aus Slowenien stammender Mann und Spitzenalpinist, Luka Lindic, zu Gast in Herbrechtingen. Bei ihrer Ankunft erklärten sie sich spontan für ein Gruppenbild mit den Bergwachtmitgliedern bereit.
Nach dem Empfang mit geladenen Gästen anlässlich des 50jährigen Jubiläums sah man der Hallenöffnung noch mit gemischten Gefühlen entgegen, da die zwei Alpinisten eher nur einer speziellen Szene bekannt sind. Tatsächlich kamen viele Szenekenner aber auch sonstig Interessierte zum Vortrag. Der Abend übertraf dann doch die Erwartungen und begeisterte Zuschauer wie Organisatoren. Nach der professionellen Anmoderation von Marcus Fache führten Ines und Luka in lockerer, authentischer Art im Wechsel ihr Publikum durch den Abend. Erzählten vom Stillstand im Lockdown an ihrem Wohnort Bayerisch Gmain im Berchtesgadener Land. Von den Plänen dem zu entkommen, neues zu entdecken, in der Heimat und später, in der unendlichen Weite Alaskas am Mount Huntington oder im Slowenischen Fels.
Das beide am Berg nicht alles riskieren erfuhr das zahlreiche Publikum auch im Laufe des Abends von den Vortragenden. Die Faszination für Natur und Berge, die Freiheit zu spüren und zu genießen ist aber ihre Leidenschaft und Berufung. Das machten sie eindrücklich in ihren Erzählungen, zu den zum Teil atemberaubender Bilder, deutlich. Als Ehepaar klettern sie noch nicht so lange schwierigste Routen. Einfacher macht es das nicht, so Luka. Man fühlt mehr mit wenn der Partner bei einem Projekt scheitert oder mehr Probleme hat wie man selbst. Doch für Beide ist es ein riesengroßes Glück das sie sich in der Zeit des Stillstandes hatten und haben, sagen Ines und Luka.
Nachdem „Face to Face“ mit viel Beifall belohnt wurde, beantwortete das Paar noch Fragen aus dem Publikum und war danach für Gespräche im Foyer präsent.
Als Nachtquartier bevorzugten sie ein Lager in der Rettungsstation auf der Hohen Wart. Dort unterhielt man sich noch in gemütlicher Runde mit beiden wenn schon mal unsere Alpinisten und Kletterer die Gelegenheit dazu hatten. Nach dem gemeinsamen Frühstück reisten Ines und Luka zum „Bergsichten-Berg u. Outdoor Filmvestival“ nach Dresden weiter und hinterließen bei allen eine bleibenden Eindruck mit schönen Erinnerungen.
12.11.2022 50 Jahre Ehrenamt für Mensch und Natur
Zum Jubiläumsempfang im Foyer der Bibrishalle begrüßte Bergwachtleiter Rudi Fritsche rund 60 geladene Gäste aus Vertretern der Politik, der Stadt Herbrechtingen, des Bergwachtlandesverbandes, des DRK Kreisverbandes und Ehrenmitglieder der Ortsebene. In seiner Ansprache ging er auf die Entwicklung der Bereitschaft in den letzten, nun mittlerweile 51 Jahren, ein. Außerdem erwähnte er, das er schon das 25jährige Bestehen als Bergwachtleiter erleben konnte. Im Hintergrund vermittelte eine Slideshow den Anwesenden einen Rück- und Überblick über 50 Jahre Bergwacht in Herbrechtingen.
Von den geladenen Gästen überbrachten Martin Müller in Vertretung des Bürgermeisters, MdL Andreas Stoch, Frau Kneer (Dezernat für Ordnung u. Sicherheit), Bergwacht Landesleiter Armin Guttenberger und der Präsident der DRK Kreisverbandes, Dr. Bernhard Konyen ihre Glückwünsche zum Jubiläum. Im Zuge vermehrter Freizeitaktivitäten in der Natur ist die Bergwacht mit ihrem KnowHow im unwegsamen Gelände in der Rettungskette ein wichtiges Glied geworden, so der Tenor aller Redner. Als Vertreter der Stadt überreichte Martin Müller Bergwachtleiter Rudi Fritsche einen Scheck zur finanziellen Unterstützung. Bergwachtlandesleiter Guttenberger sprach in seinem Grußwort auch die finanziellen Probleme der Bergwachtarbeit im allgemeinen an und DRK Präsident Dr. Konyen führte in seiner Rede den zukünftig vermehrten Einsatz aller Rettungsorganisationen bei Naturkatastrophen im Zuge der Klimaänderung an. Bergwachtleiter Rudi Fritsche lud nach seinem Schlußwort die Anwesenden zu einem kleinen Buffet mit Sekt ein. Hier fand ein reger Austausch unter den Gästen statt. Darauf folgte das, von der Kletterszene schon mit viel Spannung erwartete, Profialpinistenpaar Ines Papert und Luka Lindic mit ihrem neuesten Vortrag „Face to Face".
Vortrag in Bibrishalle | Feiern Sie "Face to Face" mit uns!
12.11.2022 Wir feiern 50+1 Jahre | Laden ein in die Bibrishalle
Wann: 12. November | 19:30 Uhr
Wo: Bibrishalle
Tickets gibts im Vorverkauf oder an der Abendkasse (VVK 18€ / AK 20€)
Mack, Trittlers Adler-Apotheke, der Volksbank (Herbr. und Geschäftsstelle HDH) und im Rathaus zu den Öffnungszeiten erhältlich.
Über den Vortrag:
Ines Papert, deutsche Sportkletterin und Eiskletterweltmeisterin und ihr slowenischer Seilpartner Luca Lindič nehmen euch in ihrem Vortrag mit auf ihre abenteuerlichen Erlebnisse. Face to Face mit dem Publikum gehts um ihre aktuellsten Abenteuer in den heimatlichen Bergen von Berchtesgaden und eine Expedition Pan-Americana.
Am Berg sind Ines und Luka ein flexibles, schnelles Duo. Zwei Kletterer, die sich kennen, in- und auswendig. Sie verstehen sich ohne Worte, ergänzen sich, pushen sich. Die Monate des globalen Lockdowns hat das Paar noch enger zusammengeschweißt. Ihre alpinistische Zukunft war vorübergehend auf Eis gelegt, an große Expeditionen nicht zu denken. Reisestopp. Ihr Bewegungsradius beschränkte sich auf die Berchtesgadener Berge. Die beiden entdeckten ihre Heimat neu. Sie nahmen sich viel Zeit, fanden unbekannte Juwelen, neue Wände, Routen - und spürten eine tiefe Dankbarkeit.
Es war ein riesengroßes Glück, das wir uns hatten und haben, sagen Ines und Luka, Face to Face.
Denn die Sehnsucht blieb. Und die wilde Entschlossenheit, irgendwann wieder aufzubrechen, in die Berge der Welt. Wie das bei Alpinisten nun mal so ist. Alaska, davon träumten sie schon lange. Im Angesicht der Pandemie hatten sich ihre Werte und Erwartungen verändert. Für das weltweit reisende Kletterpaar wurde der ersehnte Roadtrip so etwas wie ein symbolischer Neuanfang. Sie ließen sich langsam und ganz aufs Land ein, auf seine Menschen. Face to Face. So erfuhren sie von Wegen, die sonst niemand kennt, über die sie nie gelesen hatten.
Wer sich in die entlegensten Regionen Alaskas aufmacht, muss auf alles gefasst sein. Die Natur ist wild, unerschlossen, unnachgiebig. Aber sie belohnt alle, die sich von Plänen verabschieden und sich auf unbekannte Abenteuer einlassen. So wie Ines und Luka. Face to Face, mit der Wand. Auf einer schwierigen Route am Mount Huntington erlebten sie diese einmaligen Glücksmomente. Die kennen nur diejenigen, die mutig und ausdauernd sind und nicht aufhören, Träume zu leben.
Dabei nehmen Ines und Luka ihr Publikum mit. Sie zeigen wundervolle Aufnahmen, erzählen spannende Geschichten, endlich wieder live. Face to Face.
Langer Übungstag forderte Einsatzkräfte
Unter der Leitung und Organisation unseres Bergwachtleiters und San-Referenten Rudi, wurde die alljährliche 24 Stunden Übung durchgeführt. Insgesamt 10 Mitglieder der Einsatzgruppe, zwei Kameraden aus Heidenheim und eine Jugendliche wurden von Samstagmorgen bis in die Nacht in Notfall und Rettungsmaßnahmen weitergebildet und bestehendes Wissen aufgefrischt. Den Vormittag verbrachten die in drei Gruppen aufgeteilten Teilnehmer an verschiedenen Stationen. Hier wurden mit Einsatzmitteln wie Gebirgstrage, Schaufeltrage, Stifneck und Vakuumschienen, Stabilisierungs-maßnahmen bei Verletzungen geübt.
An der nächsten Station das Ansprechen und Erkennen von Verletzungen nach A,B,C,D,E Schema und daraus resultierendes weiteres Vorgehen. Das Vorbereiten und Anreichen von Infusionen und Medikamenten für den Notarzt konnte in einer weiteren Trainingseinheit geübt werden. Hauptberufliche Mitarbeiter des Rettungsdienstes vermittelten hier am Vormittag das Wissen an die Übenden. Nachmittags stand die erste praktische Rettungsübung im Gelände auf dem Plan. Es waren zwei verletzte Mountainbiker bei Bolheim aus einem Wald zu retten. Die Anfahrt und Auffindung der Patienten war wegen der Wegfindung schwierig. Der Abtransport konnte wieder einmal, nach der erfolgten medizinischen Versorgung welche von den anwesenden Rettungsdienstangehörigen beobachtet wurde, mit der UT 2000 Trage in unserem UTV „Gertrud“ über einen steilen Wiesenhang zur Straße erfolgen. Die anschließende Übungsbesprechung und nachfolgend, die sehr interessante Besichtigung der Feuerwehrwache in Herbrechtingen, bildete den Abschluß des Nachmittages. Nach dem wohlverdienten Vesper informierte der Heidenheimer Stadtbrandmeister Rainer Spahr über Einsatzstrukturen bei Großschadenslagen im Kreis Heidenheim. Um 19 Uhr begann die Nachtübung. Hier war die ganze Aufmerksamkeit der Einsatzkräfte in unwegsamen Gelände, nur im Schein der Stirnlampen, gefordert. Zwei Verletzte waren bei Hürben aufzufinden und zu versorgen. Die Bergwachtärztin der Herbrechtinger Gruppe, welche im Alltag im Heidenheimer Klinikum ihren Dienst leistet, unterstützte hier die Retter und forderte mit dem Zureichen von Infusionen und Medikamenten die Einsatzkräfte. Hier galt es auch für die Retter und Verantwortlichen die Geländesituation, den Wärmeerhalt und die Priorität des Abtransportes der Verunglückten zu beachten. Die Nachbesprechung der Übung erfolgte in der Rettungsstation und danach die Herstellung der Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge. Darauf hin konnte der gemütliche Teil des Abends beginnen. Ein gemeinsames Frühstück beendete am Sonntagmorgen die 24 Stunden Übung der Einsatzgruppe.
Besonderer Dank gilt zum Schluß Simone, die für die vorzügliche, genußvolle Verpflegung der hungrigen Mannschaft verantwortlich war und Rudi für die Organisation aller Übungseinheiten. Ebenso ein Dankeschön den mitwirkenden Mitarbeitern des Rettungsdienstes in Heidenheim.
Hilfsbedürftige Person gerettet
Ein von seinen Angehörigen vermisster und hilfsbedürftiger 71jähriger war nachts von suchenden Familienmitgliedern "Im Flügel" in Heidenheim unterhalb des Schlosses auf einem schmalen Fußweg im Wald liegend aufgefunden worden. Die sieben, um 1.06 Uhr, ausrückenden Einsatzkräfte der Bergwachten Heidenheim und Herbrechtingen halfen dem Rettungsdienst mit Leuchtmitteln aus und unterstützten beim Abtransport des geschwächten aber gehfähigen Mannes über einen Waldweg und steile Treppen zur Straße. Dort übernahmen ihn seine Familienangehörigen. Am einstündigen Einsatz waren DRK und Polizei beteiligt.
Bild: Bergwacht Herbr.
Landschaftspflege im Steinbruch
Bei zusehends schönerem Wetter befreiten Erwachsene und Jugendliche im Auftrag des Landschaftserhaltungsverbandes Heidenheim e.V. den Steinbruch bei Hermaringen von Sträuchern und kleineren Bäumen. An diesem Nachmittag kamen auch Motorsägen -und Sensen zum Einsatz um dem wilden Bewuchs zu beseitigen. In den Hangbereichen war es mit dem Maschineneinsatz schwieriger, hier wurde meistens von Hand und mit der Astschere gearbeitet. Die Bäume und Sträucher im Felsbereich des Steinbruchs werden beim nächsten Arbeitseinsatz unter Seilsicherung entfernt. Hier muß die Festigkeit der Steinbruchwände beachtet werden da es auch sehr brüchige Stellen gibt und eine Gefährdung der Arbeiten durch Steinschlag und wegrutschendes Material gegeben ist.
16.09.2022 Gemeinsamer Einsatz für ein sauberes Tal
Als Naherholungsgebiet ist das Eselsburger Tal weithin bekannt und wird an schönen Tagen dementsprechend von Besuchern frequentiert. Die gut zu erreichenden Kletterfelsen locken ebenso Bergsportbegeisterte ins Tal. Das hier bei einigen das Umweltbewußtsein keine große Rolle spielt können die Mitglieder der Bergwacht fast jedes Wochenende an ihrer Hütte und der Feuerstelle am Bindstein erleben.
Angesichts der Tatsache das sich inzwischen engagierte Mitbürger in ihrer Freizeit für ein sauberes Eselsburger Tal einbringen war das Ergebnis der gemeinsamen Müllsammelaktion von DAV und Bergwacht trotzdem ergiebig. Hatten die ca. 30 Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder nach drei Stunden optisch eher weniger gefüllte Mülltüten brachten diese dann doch insgesamt 60Kg Unrat auf die Waage. Das Gebiet umfasste sämtliche Hauptwege, Schottersträßchen und den Zoeppritzweg. Auch das Umfeld einiger Felsen hat man nicht vergessen und auf der Brenz konnten mit einem Boot die Uferbreiche bis zur Bindsteinmühle gesäubert werden. Am Parkplatz an der Brenz bei Anhausen war eine größere Ansammlung von Bekleidung, Essensresten und sonstigem Abfall in Behältern zu verzeichnen. Die vom DAV organisierte Aktion fand am Kneippbecken nahe der Riedmühle in gemütlicher Runde ihren Abschluß.
Gestürzter Kletterer am Herrenstein
Um 13:33 Uhr alarmierte die Regionalleitstelle Ostwürttemberg die Bergwachten Heidenheim und Herbrechtingen. Ein Kletterer stürzte am Felsen des Herrenstein bei Königsbronn während eines Kinderferienprogramms zirka 10 Meter ab und verletzte sich schwer. Die Kinder waren beim Eintreffen der Bergwachten nicht mehr vor Ort. Da der Patient unterhalb einer Felskante lag, mussten die Rettungskräfte den Verletzten in der Gebirgstrage mit Hilfe eines Flaschenzuges und unter Beachtung der Eigensicherung nach oben transportieren. Dort übernahm der Rettungsdienst den Transport in ein nahegelegenes Krankenhaus zur weiteren Behandlung.
Der Einsatz der insgesamt acht Rettungskräfte der Bergwachten dauerte zwei Stunden.
Bild: Bergwacht Herbr.

